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Relais DB0RTA in Reutlingen

 

 

Projektbeschreibung

Digitales Amateurfunk-Fernsehen wird das analoge Fernseh-Übertragungsverfahren mittelfristig ablösen.
Die wesentlichen Vorteile der digitalen Technik sind die in einer geringeren Übertragungsbandbreite sowie einer großeren Reichweite und besseren Bildqualität bei gleicher Sendeleistung zu sehen, ferner bietet sich eine Kombination mit anderen digitalen Betriebsarten im Amateurfunk wie z.B. Packet-Radio und Multi-Media-Technik an.
Amateurfunk begeisterte Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. (DARC) Ortsverband Reutlingen P07 und des VFDB e.V. Ortsverbandes Reutlingen Z55 haben im Jahre 2005 ein Projekt mit dem Namen „D-ATV-Relais Reutlingen“ gestartet. Das Relais hat eine Ausgabe auf dem 23cm Band und eine Eingabe auf dem 13cm Band. Das Relais ist seit August 2005 in Betrieb.

Zielsetzung des Projektes „D-ATV-Relais Reutlingen“ ist es die neue digitale Fernsehtechnik einzuführen und Funkamateuren im Umkreis und im Distrikt Württemberg Gelegenheit zu geben mit dieser Technik zu experimentieren und zu arbeiten.

Einführung

Digitales Satellitenfernsehen nach DVB (Digital Video Broadcast) hat innerhalb weniger Jahre die kommerzielle Satellitenfernseh-Landschaft völlig umgekrempelt und das analoge Satellitenfernsehen weitgehend verdrängt.
Der Grund für die Revolution liegt darin, dass es das digitale Fernsehen erlaubt, über eine Relaisfrequenz bis zu 4 Programme plus Zusatzdienste zu übertragen, während jedes analoge Relais nur 1 Programm übertragen kann.
DVB ermöglicht zudem eine große Flexibilität bei der Wahl der Bandbreite, der Anzahl Bild- und Tonkanäle pro Frequenz und der Bild- und Tongualität. DVB bietet zudem die Möglichkeit,  schnelle Datendienste mit auszusenden. Es ist zwar auch möglich, solche Informationen in Teletextzeilen eines analogen Videosignales zu verpacken, doch während das analoge System für einen Übertragungszyklus eine halbe Stunde oder mehr braucht, dauert dies beim DVB-System nur wenige Sekunden.
DVB schickt sich zudem an, auch die terrestriche und die Kabel-Übertragung zu erobern. Die Vorteile eines digitalen TV-System auch für den Amateurfunk sind unbestritten. So sind auch schon Bandsegmente dafür reserviert. Die Entwicklungskapazität des Amateurfunks reicht aber nicht aus, um eigene Digitalfernsehsysteme zu entwickeln. Es ist daher notwendig, dass sich der Amateurfunk kommerzielle Entwicklung zunutze macht. Die DVB-Standardfamilie mit den dafür entwickelten Geräten bietet sich dafür an.

Digital Video Broadcast (DVB)

Grundlage aller kommerzieller digitaler Fernsehaussendungen ist die von European Telcommunications Standard Institute (ETSI) entwickelte Digital Video Broadcast (DVB) Standardfamilie.
Um die bandbreiteneffiziente Bild- und Tonübertragung zu ermöglichen sieht das ETSI die Verwendung von Quellencodierern vor. Zum Einsatz kommen MPEG2 Video und EPEG Layer2 Audio. Zusätzlich dazu kann auch EPEG2 Layer3 Audio oder AC-3 Audio verwendet werden. Dank der verwendeten Quellencodierungsstandards ist es möglich, Video in PAL-Qualität mit lediglich 4 - 5 Mbit/s zu übertragen, wofür eine Bandbreite von etwa 4 MHz benötigt wird. Dies im Kontrast zu FM-ATV, welches 16 MHz Bandbreite benötigt, und dem wesentlich weniger robusten AM-ATV welches 6 - 7 MHZ Bandbreite und wesentlich größere Leistung benötigt.

Digitaler ATV Sender

Eine normale analoge Videoquelle z.B. von einer Kamera wird der MPEG 2 Encoder-Baugruppe zugeführt. Diese digitalisiert und komprimiert das Videosignal und sendet es als Transport Stream zum Basisbandprozessor. Der Basisbandprozessor kann mehrere Quellen zusammenmultiplexen, fügt Zusatzdaten System Information (SI) Tabellen bei, codiert und moduliert die Daten und erzeugt das Basisbandsignal, welches aus einem Inphaseanteil (I) und einem Quadratureanteil (Q) besteht. Die PLL im Modulator des Steuersenders erzeugt ein Trägersignal, welches in der Mitte des Sendesignal liegt. Wird zum Beispiel eine HF-Bandbreite von 4 MHz (Symbolrate 3 Msymbole/sec) und eine Sende LO-Frequenz von 1288 MHz eingestellt, so belegt das Sendesignal den Bereich von 1286 - 1290 MHz. Ein Phasenschiebernetzwerk erzeugt zwei um 90 Grad auseinanderliegende Versionen dieses Trägersignales, welche dann mit dem I- und Q-Basisbandsignal multipliziert werden. Die Produkte werden summiert und gepuffert. Diese Art der Modulation wird als Vektor- oder IQ-Modulation bezeichnet. Die Endstufe verstärkt das Signal, welches dann von der Antenne abgestrahlt wird.

Module eines digitaler ATV Sender

MPEG2 Encoder-Modul: Das Modul hat 1 analogen Videoeingang (Composite + Y/C, PAL + NTSC) und 2 analoge Audioeingänge und liefert einen Transportstrom an eine parallele digitale Schnittstelle des Basisbandprozessor-Modul.

Basisbandprozessor-Modul: Bis zu vier MPEG2 Encoder oder andere Datenquellen können an vier Transportstrom-Eingänge angeschlossen werden. Der Baustein (16-bit Mikrokontroller) multiplext und filtert (PID) die Datenquellen und erzeugt die Tabellen für die Systeminformationen (SI) und ladbare Teletextseiten. Der Datenstrom wird dann für DVB-S aufbereitet und über D/A-Wandler als analoge Modulationssignale (I/Q) ausgegeben. Das erzeugte DVB-S kompatible Modulationssignal erlaubt Symbolraten von 2 - 30 MSymbole/sec und unterstützt alle FEC`s. Über eine serielle Schnittstelle kann sämtliche Software upgedatet werden. Das Basisbandprozessor-Modul initialisiert auch das Modulator-Modul und das MPEG2 Encoder-Modul und stellt die Stromversorgung für alle Module bereit.

Modulator-Modul: Das  Modul ist eine Aufsteckplatine für das Basisbandprozessor-Modul und wird von diesem versorgt und initialisiert. Der Frequenzbereich umfasst 1200 - 1300 MHz mit 10 mW Sendeleistung und 2300 - 2450 MHz mit 5 mW Sendeleistung. Die Sendefrequenz ist PLL stabilisiert und im 250 kHz Raster frei einstellbar.

DVB-S + T Empfänger-Modul: Zum Anschluss an den 4-fach Multiplexer-Modul für den Empfang von digitalen ATV Signalen in DVB-S oder DVB-T.


Technische Daten D-ATV Relais DB0RTA:

             
              Ausgabe    Digital     1288 MHz    Antenne Vertikal     8 MHz Bandbreite (DVB-T)  
              Eingabe    Digital     2369 MHZ    Antenne Horizontal   3750 kSymb./sec. (DVB-S)   
              
 
              Sprech- und Steuerungsfrequenz 432,950 MHz
              Steuerung mit DTMF-Tönen
              Relaisöffnung mit Tonruf 1750 Hz oder Videosignal
               

Ansicht Digitales ATV Relais DB0RTA

 

 

 

 

Die Geschichte von Amateurfunkfernsehen (ATV) in Reutlingen

Amateurfunk-Fernsehen wurde schon in den 60er Jahren auf dem 70cm Band in Reutlingen gemacht, allerdings in schwarz-weiß und in Amplitutenmodulation (AM). Mitte der 80er Jahre wurde ATV in Frequenzmodulation (FM) und mit Eigenbaugeräten wurde auf dem 23cm Band, 13cm Band und 3cm Band gesendet und empfangen. Ab 1990 gibt es das analoge ATV Relais DB0FMS, es wurde von den Funkamateuren DK6TE, DF3GT, DF8SZ und DF1TW gebaut und im Jahre 2007 von DL9SA neu aufgebaut. Im Jahre 2008 begannen die Funkamateure Claus DK6TE und Günter DL9SA mit der Planung und dem Umbau des analogen  ATV Relais DB0FMS auf Digitalbetrieb. Seit 2005 gibt auch  das Digitale ATV-Relais DB0RTA.

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Zum Gästebuch

Weiterführende Links:
DARC - Deutscher Amateur Radio Club e.V.
Link zur Homepage von Ortsverband P07

Livestream DB0RTA:   www.d-atv.net/db0rta.m3u    mit VLC Media Player



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Erstellt von Günter Harsch DL9SA am 18.12.2008           E-Mail: dl9sa(at)darc.de
Aktualisiert am 21.12.2013 Ha.